Das Blickle Kino im 21er Haus in Wien

Im April 2012 öffnete das Blickle Kino im gerade neu renovierten 21er Haus – Museum für zeitgenössische Kunst, einer Dependance des Belvedere, in Wien feierlich seine Pforten. Die Schenkung Ursula Blickles umfasste einerseits den Kinoraum – wiederaufgebaut nach dem Original des Wiener Architekten Karl Schwanzer von 1958 und damals für den Weltausstellungs-
pavillon in Brüssel entworfen – andererseits die gesamte technische Ausrüstung, die notwendig ist, um alle Formate von Film und Video in höchster Qualität abzuspielen. Das Blickle Kino entspricht damit allen heutigen kinotechnischen Standards und kann die gesamte Mannigfaltigkeit des Films, von den Anfängen des Experimentalfilms, des Videofilms bis zu den heutigen künstlerischen Positionen zeigen. Gemeinsam mit der Ursula Blickle Stiftung fördert das 21er Haus somit den öffentlichen Diskurs zwischen Film und Kino, Kunst und Wissenschaft.

Alle Informationen und das aktuelle Kino-Programm finden Sie unter: www.21erhaus.at/de/21er-haus/blickle-kino


Ursula Blickle Video Archiv

Das 2007 gegründete Ursula Blickle Video Archiv ist eines der wichtigsten Archive zur Videokunst mit Schwerpunkt auf den 1990er- und 2000er-Jahren, jener Zeit also, in der das Medium Video eine besonders wichtige Funktion einnahm. Gegen Ende der 1960er-Jahre konstituierten sich – im Zuge einer sich wandelnden kulturellen Realität – ephemere Kunstformen wie Video, Film und Performance zu gängigen ästhetischen Ausdrucksformen, welche die mediale und materielle Neuformierung des Künstlerischen zum Inhalt hatten. Immer mehr Künstler_innen suchten nach bildgebenden Verfahren, die der zeitgenössischen Welt angemessener zu sein schienen als die herkömmlichen Formate bildender Kunst. Mit der Demokratisierung der technischen Mittel bzw. ihrer zunehmenden Verfügbarkeit in einer breiteren Gesellschaft setzte sich das Videoformat in den 1980er-Jahren dann weiträumig durch. Das Ursula Blickle Video Archiv hat die relevanten Beiträge zur Videokunst seit den späten 1980er-Jahren gesammelt und bildet damit einen wesentlichen Bestandteil unseres heutigen kulturellen Gedächtnisses ab.

Im Sommer 2013 zog das Ursula Blickle Video Archiv in das Belvedere/21er Haus um, wo es in Kooperation mit der Ursula Blickle Stiftung und der Universität für angewandte Kunst Wien überarbeitet, erweitert und neu im Research Center des Belvedere installiert wurde. Neben dem Online-Angebot auf der neuen Website des Ursula Blickle Video Archivs bietet das Belvedere/21er Haus Arbeitsstationen für Benützer_innen an. Das gesamte Archiv ermöglicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Zugriff auf 2.500 Videos von nationalen und internationalen Künstler_innen, wobei ein Schwerpunkt auf dem österreichischen Videoschaffen liegt. Die inhaltliche Ausrichtung des Archivs legt ihren Fokus neben historisch relevanten und international anerkannten Videokünstler_innen auf gattungs- und grenzüberschreitende Tendenzen der Videokunst.

Das Ursula Blickle Video Archiv versteht sich seit seiner Gründung als Modell zur Förderung und Sichtbarmachung von zeitgenössischer Videokunst. Es geht darum, die Entwicklungsfelder des erweiterten Kunstbegriffs in seinen gattungsspezifischen, Grenzen überschreitenden Formen zu erforschen, zu vermitteln und zu veröffentlichen. Die Bestände des Archivs werden durch die Arbeit mit dem Archiv wie auch mit jungen Videokünstler_innen ständig erweitert. Durch internationale Kooperationen mit anderen Videoarchiven soll zudem die Sichtbarkeit des Archivs wie auch seine Verankerung in der internationalen Forschung sichergestellt werden. Es ist ein lebendiger, stetig anwachsender Bewegtbild-Bestand für Student_innen, Kunsthistoriker_innen und ein interessiertes Publikum, das Recherche und Forschungsarbeit mit dem Medium Video ermöglicht. Lehre und Praxis, Forschung und Archiv sollen hier auf exemplarische Art und Weise miteinander verbunden werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.ursulablicklevideoarchiv.com